Rezension

Abbitte
von Ian McEwan

Diogenes Verlag
Taschenbuch Ausgabe: 13,00 €
ca. 533 Seiten

Erschienen: 26. März 2004 

Originaltitel: Atonement

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Am heißesten Tag im Sommer 1935 wird die dreizehnjährige Briony Tallis im Landhaus ihrer Familie Zeuge eines eigenartigen Geschehens. In der Schwüle des Tages sind alle wie verwandelt: Was treibt die ältere Schwester mit Robbie Turner am Brunnen, was in einer dunklen Ecke der Bibliothek? Und wie ist jenes Wort in dem Brief zu verstehen, den sie nicht öffnen sollte? Mit Briony geht die Phantasie durch. Noch am selben Abend ist das Leben aller Beteiligten für immer verändert… ›Abbitte‹ ist ein Buch über Leidenschaft und die Macht des Unbewussten, über Reue und die Schwierigkeiten der Vergebung. Ein Meisterwerk, einfach hinreißend in seiner Beschreibung von Kindheit, Krieg und Liebe. In leuchtenden Bildern ersteht ein ganzes Universum: Weltliteratur.
(Quelle: Verlag)



Abbitte ist eine Geschichte, welche zu den modernen Klassikern gezählt wird, was mir am Anfang eine wenig Angst eingeflößt hat, da ich nicht wusste ob der Schreibstil eventuell zu hoch für mich wäre oder ich den Sinn des Buches nicht verstehe. Das war jedoch nicht so, ganz im Gegenteil, mir hat die Geschichte sehr gut gefallen.
Wir erleben in diesem Buch eine Geschichte voll Dramatik, Intrigen, Liebe und Verrat. Also das volle Programm, welches den Leser auf eine emotionale Reise mitnimmt. Die Geschichte fing für mich sehr ruhig und unschuldig an, was den Plot der am Ende auf einen zukommt, sehr wirkungsvoll werden ließ. Wir lesen von einem kleinen Mädchen, das gerne und mit voller Hingabe schreibt, das hat einem das Herz erwärmt. Auch wenn dieses kleine Mädchen, Briony, einen etwas unausstehlichen Charakter hat. Man fragte sich während dem lesen oft, wieso ihre Handlungen in eine gewisse Richtung gehen und was sie damit bezwecken möchte.
In der Kurzbeschreibung ist erwähnt, dass das Leben dreier Menschen komplett auf den Kopf gestellt werden würde und dem kann ich voll und ganz zustimmen. Ich war am Ende der Geschichte mehr als nur geschockt, obwohl ich leider sagen muss, dass ich vorher schon wusste in welche Richtung es gehen wird. Ich möchte nicht sagen das es an der Geschichte liegt oder an dem Schreibstil der Autorin, ich hatte einfach diesen Gedanken: „Ja, in diese und jene Richtung könnte es gehen“. Dies hat sich am Ende dann auch bestätigt, jedoch hat das der Geschichte kaum einen Abbruch getan, da ich die Art und Weise, wie dieser Plot, dieses Geschehen beschrieben und aufgelöst wurde, sehr spannend und unterhaltsam fand. Also die Idee und die Umsetzung der Geschichte, macht das ganze Buch zu einem Meisterwerk.
Leider, oder vielleicht auch zum Glück, war es bei mir persönlich so, dass das Buch mir nach dem beenden eher weniger zusagte und deshalb eine nicht so gute Bewertung bekam. Doch umso länger ich darüber nachdenke und umso mehr Zeit verstreicht, umso besser gefällt mir das Buch. Vielleicht lag es an den vielen Geschehnissen in diesem Buch, vielleicht musste mein Unterbewusstsein dies erst mal verarbeiten. Ich kann es euch nicht sagen, jedoch bin ich froh, dass es mir nun vollkommen Positiv in Erinnerung geblieben ist.
Ebenso an der Ausarbeitung der Charaktere und der Umgebung im Zusammenhang mit dem Schreibstil gibt es für mich nichts zu bemängeln. Ich weiß, dass es ab und an mal Passagen gab die sich etwas zogen, aber nicht so, dass ich das Buch zur Seite legen musste oder genervt war. Denn diese Zustände waren immer schnell vorüber.  Der Schreibstil von Ian McEwan ist einer, der unter die Haut geht, der im Gedächtnis bleibt und einen tief im Inneren berührt. Er erschafft eine Welt voller Farben und Bilder, die eine lange Zeit, wenn nicht sogar für immer, im Gedächtnis bleiben.
Empfehlen kann ich die Geschichte eigentlich jedem, der gerne in Richtung Dramatik oder Familiendrama liest, oder jedem der gerne mal einen modernen Klassiker ausprobieren möchte.




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